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Naturbestattung, richtiger: Bestattung in naturhafter Umgebung, ist ein aus dem Umfeld der Urnenwaldbetreiber geprägter Begriff.Diese Bestattungsformen setzen üblicherweise eine Feuerbestattung voraus. Die Bestattung wird auch außerhalb traditioneller Friedhöfe durchgeführt. Auf Grund der gesetzlichen Regelungen sind entsprechende Flächen in Deutschland genehmigungspflichtig.

Der Begriff Naturbestattung orientiert sich an Bestattungsorten, die nicht unmittelbar als Friedhof erkennbar sind (Baum, Landschaft, Wald, Wiese), auch die Form und das Äußere des Grab ist als solches nicht erkennbar. Bezeichnungen einiger solcher Bestattungsformen sind durch kommerzielle Rechte geschützt und unterliegen dem Markenrecht. Der Wunsch nach exklusiven und außergewöhnlichen Formen treibt die kommerziellen Interessen voran.

Naturbezogene Bestattungen werden in der Ausführung durch Bestattungsgesetze in den Möglichkeiten begrenzt. Im deutschsprachigen Raum ist die vorausgehende Kremation, also die Einäscherung des Verstorbenen, vorgeschrieben. Nach geltendem deutschen Recht wäre letztlich für jede Feuerbestattung die persönliche Zustimmung noch zwingend, wird nicht mehr zwingend durchgesetzt, dies bezeugt die Änderung der Bestattungsgewohnheiten.

Baumbestattung, Waldbestattung

Die bekannteste Form ist die Bestattung in Urnenwäldern, fälschlich als Baumbestattungen bezeichnet. Eine Tradition hat die Bestattung unter Bäumen oder im Walde bei Forstleuten. So liegen etwa August Bier, Heinrich Cotta, Ferdinand von Raesfeld und Heinrich von Salisch außerhalb von Friedhöfen in den von ihnen betreuten Wäldern.

Durch die Bestattung im Wurzelbereich von Bäumen soll die materielle Hülle des Verstorbenen, also seine Asche in den Naturkreislauf zurück gelangen. Zu Wirkungen der Asche-Inhalte auf die Biologie des Waldes bestehen unterschiedliche Auffassungen. In bestimmten Schutzgebieten müssen die Urnen aus Edelstahl bestehen.Der Baum ist das Grabmal mit der Symbolik von Dauerhaftigkeit und Standhaftigkeit. Das Beisetzungsrecht wird für eine in der Friedhofssatzung festgelegte Zeit erworben. Die Idee der Waldbestattung, auf festgelegten und genehmigten Waldflächen außerhalb von Friedhöfen, wurde vom Schweizer Ingenieur Ueli Sauter im Jahre 1993 entwickelt und kommerzialisiert. Die Bezeichnung für sein Konzept „FriedWald“ ist als Marke eingetragen und darf nur für diese Begräbnisstätten genutzt werden. Ebenso deutschlandweit zu finden ist die 2004 eingeführte Marke RuheForst. In Deutschland wird die rechtliche Regelung in Bundesländern verschieden gehandhabt. In der Schweiz, wo die Grabflächen nicht an Friedhöfe gebunden sind, ist das Konzept durchgehend möglich. So werden Begräbnisflächen an Berghängen mit Ausblick in die Bergwelt oder ähnlich exponierten Lagen angeboten, andernorts Wälder. Kennzeichnend für Urnenwälder ist, dass keine individuellen Pflege der Grabstätte möglich ist, ein Platz für die Trauerarbeit aber vorhanden ist. Bezugspunkt ist der Baum oder das Naturelement und nicht die Beisetzungsstelle im Boden. Auch auf Waldfriedhöfen mit gutem Bestand an alten Bäumen ist das Anlegen von Baumfeldern möglich. Der Vorteil von Baumbestattungen in herkömmlichen Friedhöfen besteht in der nahen Infrastruktur, wie Feierhalle oder Kapelle, Friedhofsgärtnerei oder Blumenhalle, die mögliche Nähe zum Wohnsitz der Hinterbliebenen und die Anbindung an den öffentlichen Personenverkehr.

Das Konzept der Waldbestattung
Bestattungswälder haben eine eigene Friedhofssatzung. Die Bäume oder Naturelemente sind eingemessen und in Karten eingezeichnet. Der Baum oder Platz kann im Vorerwerb bereits zu Lebzeiten ausgewählt werden. Die Nutzungszeit beträgt bis zu 99 Jahre. In dieser Zeit wird die Erreichbarkeit und Verkehrssicherheit gewährleistet. Bei Sturmschäden oder Erkrankung der Bäume gibt es entsprechende vertragliche Vereinbarungen bis hin zur Ersatzpflanzung. Die meisten Urnenwälder verfügen über Rastplätze. In jedem Fall unterscheidet sich die Atmosphäre von der einer herkömmlichen Bestattung. Wegen des gewünschten raschen Zerfalls der Urne ist der Entschluss zur Baumbestattung meist endgültig.
Gesetzeslag
In Österreich und besonders in der Schweiz waren die gesetzlichen Vorbedingungen offen. Die Bestattungsgesetze in Deutschland schränkten die Freizügigkeit im Bestattungsort bis in die 1990er Jahre ein, werden aber seither zunehmend gelockert.